Arten-Förderung: Schleiereule und Turmfalke

Schleiereule
Turmfalke

Ziel des Artenförderungs-Projekts ist einerseits, den Bestand von Schleiereulen und Turmfalken auf Kantonsgebiet möglichst genau zu dokumentieren  und andererseits gezielt zu fördern. In Zusammenarbeit mit den Landwirten sollen neue Nistgelegenheiten geschaffen und geeignete Lebensräume durch ökologische Ausgleichsflächen aufgewertet werden.

Allgemeine Fakten

Schleiereule

Die Schleiereule brütet in der Schweiz im offenen Kulturland nördlich der Alpen, mit wenig Ausnahmen unterhalb von 700 Meter über Meer. Dank einer Reihe von milden Wintern konnte sie ihr Verbreitungsgebiet zwischen den 1970er- und 1990er-Jahren leicht Richtung Voralpen und in etwas höhere Lagen des Juras ausdehnen. Als Höhlenbrüter bewohnte sie ursprünglich Baumhöhlen, aber seit langer Zeit sucht sie sich Nistplätze an Gebäuden, vor allem in Scheunen am Siedlungsrand. Doch geeignete Brutplätze sind rar, da neuere Gebäude und Stallungen keine Spalten, ausgebrochene Teile oder Löcher mehr haben  und so für die Vögel nicht mehr zugänglich sind. Immer noch gehen Brutplätze bei Renovationen verloren, obwohl die Bereitschaft für ihre Erhaltung gestiegen ist.

Schleiereulen brauchen neben Nistplätzen auch ein gutes Jagdgebiet: Extensive Wiesen, Hecken, Bäume, Brachflächen. Harte Winter machen ihnen zu schaffen. Sie verhungern, wenn längere Zeit eine geschlossene Schneedecke liegt und sie keine Mäuse, ihre Hauptnahrung, jagen können.

Fakten Schleiereule

Schleiereule
Schleiereule (Foto: 123rf.com)
Merkblätter
Informationen

Bestand in der Schweiz: 200 – 1’000 Paare (Stand 2013 – 2016)
Zugverhalten: überwiegend Standvogel
Tag-/Nachtzieher:
Länge: 33 – 35 cm
Spannweite: 85 – 93 cm
Gewicht: 290 – 460 g
Brutort: Gebäude
Nahrung: Kleinsäuger, Vögel
Vogelgruppe: Schleiereulen
Lebensraum: Kulturland, Siedlungen
Rote Liste: potentiell gefährdet

Turmfalke

Der Turmfalke besiedelt offene Kulturlandschaften und Siedlungen des ganzen Kantons Thurgau. Da brütet er ausschliesslich in Nistkästen und vereinzelt in Nischen von Gebäuden wie Ruinen oder Ökonomiegebäuden. Die letzten Bruten in verlassenen Rabenkrähennestern in Waldrandnähe und im Wald fand man in den siebziger Jahren. Turmfalken sind im Mittelland zwischen 1960 und 2000 immer seltener geworden, und der Fortpflanzungserfolg ging lokal zurück. Sein Rückgang wird in erster Linie auf die intensivierte Landwirtschaft zurückgeführt. Raschwüchsige, dicht stehende Kulturen und die geringe Beutetierdichte im Ackerland schmälern den Jagderfolg. Regional dürften fehlende Nistmöglichkeiten für die geringe Siedlungsdichte verantwortlich sein.

Schleiereule und Turmfalke stehen beide auf der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten der Schweiz, sie sind potentiell gefährdet. Ebenso werden sie seit 2010 vom BAFU (Bundesamt für Umwelt) auf der Liste der Arten mit nationaler Priorität für die Erhaltung und Förderung geführt.

Fakten Turmfalke

Bestand in der Schweiz: 5’000 – 7’500 Paare (Stand 2013 – 2016)
Zugverhalten:  Standvogel und Kurzstreckenzieher
Tag-/Nachtzieher:
Länge: 32 – 35 cm
Spannweite: 71 – 80 cm
Gewicht: 190 – 300 g
Brutort: Felsnischen, Gebäude, Bäume
Nahrung: Insekten, Kleinsäuger, Vögel
Vogelgruppe: Falken
Lebensraum: Kulturland, Siedlungen, Gebirge
Rote Liste: potentiell gefährdet

Aktuelle Informationen

Schleiereule

Jahresbericht Turmfalken-/Schleiereulenprojekt 2022

Auszug aus dem Jahresbericht “Turmfalken-/Schleiereulenprojekt 2022”: Nach dem schweizweit aussergewöhnlich guten Schleiereulenjahr 2021, war das Jahr 2022 wieder ein durchschnittliches Brutjahr. Erfreulich war auch dieses Jahr, dass die Schleiereulenbruten sich über ein grosses Gebiet zwischen Nussbaumersee, Steckborn und Weinfelden verteilten, auch wenn wir dieses Jahr keine Bruten in der Region Romanshorn hatten. Auch der Turmfalke

Weiterlesen »
Brutpaare Schleiereulen / Turmfalken

Schleiereulen- und Turmfalkenmonitoring im Thurgau – 2021

Seit 10 Jahren beteiligt sich der TVS am schweizweiten Turmfalken- und Schleierulen-Monitoring der schweizerischen Vogelwarte. Im Kanton Thurgau kontrollieren wir, zusammen mit den lokalen Sektionen 330 Nistkästen für Turmfalken (Falco tinnunculus) und Schleiereulen (Tyto alba). Die erfreulichen Bestandsentwicklungen der letzten Jahre konnten sich weiter fortsetzten (Abbildung 1). Erstmals konnten wir über 100 Brutversuche des Turmfalken

Weiterlesen »

Schleiereulen- und Turmfalkenmonitoring im Thurgau – 2020

Turmfalken (Falco tinnunculus) und Schleiereulen (Tyto alba), beides Bewohner des offenen Mittellandes, sind auch im Thurgau heimisch. Beide Vogelarten sind auf der Roten Liste der Schweizer Brutvögel als potenziell gefährdete Arten aufgeführt und gehören zu den 50 Prioritätsarten, die mit besonderen Massnahmen gefördert werden sollen. Seit 2002 läuft in der Schweiz ein durch die Vogelwarte

Weiterlesen »

Livestreams

Turmfalken in Ermatingen

Livestream aus dem Turmfalken-Brutkasten in der M. Müller Haustechnik AG, Ermatingen

Bodensee-Falken

Bodensee-Falken

Livestream aus dem Turmfalken-Brutkasten am Kirchturm der Evangelischen Kirchgemeinde in Romanshorn-Salmsach

Nach oben scrollen