Artenförderung: Flussseeschwalbe

Brutfloss für Flussseeschwalben am Hüttwilersee (Foto: Claude Besançon)
Brutfloss für Flussseeschwalben am Hüttwilersee (Foto: Claude Besançon)

Aktuelle Informationen

Die Flussseeschwalbe ist heute in der Schweiz auf künstliche Nisthilfen angewiesen. Die meisten Paare brüten auf Flossen, solche künstlichen Kiesinseln bieten einen nachgebauten Lebensraum zum Brüten. Seit Mitte der achtziger Jahre betreut BirdLife Thurgau Brutflosse, um diese potentiell gefährdete Brutvogelart zu fördern.

Steckbrief

Flussseeschwalbe
Flussseeschwalbe (Foto: Andreas Bohren)

Bestand in der Schweiz: 580 – 760 Paare
Zugverhalten: Langstreckenzieher
Länge: 34 – 37 cm
Spannweite: 70 – 80 cm
Gewicht: 90 – 150 g
Brutort: Koloniebrüter am Boden
Nahrung: fängt stosstauchend Fische, Insektenlarven
Vogelgruppe: mit den Möwen verwandte Seeschwalben
Lebensraum: Seen, langsame Fliessgewässer
Alter: kann über 30 Jahre alt werden
Rote Liste: potentiell gefährdet

Die Flussseeschwalbe im Seebachtal (Kanton Thurgau)

BirdLife Thurgau betreut seit 40 Jahren Brutflosse für die Flussseeschwalben auf dem Hüttwiler- und dem Nussbaumersee. Diese beide Seen liegen im Seebachtal und sind Teil eines umfassenden, einzigartigen Naturschutzgebietes.

 

Impressionen von Mai bis September

Fotos: Andreas Bohren

Die Brutflosse werden im Frühjahr eingewassert und im Herbst wieder aus dem Wasser geholt und gereinigt. Dafür braucht es eine Handvoll erfahrene HelferInnen und eine gute Koordination mit der Gemeinde und den See- bzw. Bootseigentümern. Über den Winter wird das Material an geeigneten Orten gelagert.

Die nachfolgende graphische Darstellung zeigt, wie viele Jahre der Aufwand beinahe erfolglos war. Es braucht Geduld! Erst ab den 2000er Jahre nahm das Projekt zur Freude aller richtig Fahrt auf. Die Flussseeschwalben wurden zu einer Attraktion im Seebachtal!

FSS-Statistik Nussbaumersee
FSS-Statistik Nussbaumersee
FSS-Statistik Hüttwilersee
FSS-Statistik Hüttwilersee

Bis die Mittelmeermöwe ankam. Diese Konkurrentin, einiges grösser und aggressiver als die Flussseeschwalbe, bedrängte die Brutflosse. Die Flussseeschwalben verteidigten ihre Brutorte nach Kräften, gaben aber innert wenigen Jahren das Brüten auf dem Nussbaumersee ganz auf. Am Hüttwilersee konnte sich eine kleine Kolonie halten.

Die Beobachter- und Helfertruppe liess sich beraten und probierte verschiedene Massnahmen zur Abwehr. Auffällig auf den Brutflossen sind die aktuellen Aufbauten mit Spanndrähten. Diese verhindern, dass sich die Mittelmeermöwe weder auf dem Rand noch auf dem Floss niederlassen kann. Für die Flussseeschwalben hingegen sind die Zwischenräume gross genug, um auf dem Floss zu landen.

Wir passen die Brutfloss-Ausstattung laufend an und lernen dazu. Und wir müssen festhalten: In mindestens zwei Sommern haben heftige Wettereinbrüche den wenigen Brutpaaren ihre Gelege resp. ihre Jungvögel vernichtet.

Fotos: Claude Besançon

Unser Engagement für die Flussseeschwalben geht weiter, der kleine Erfolg im Brutjahr 2025 macht uns zuversichtlich.

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